„Was ist dran am Valsartan-Skandal?“

Seit dem 5. Juli werden in Deutschland  etliche Medikamente zurückgerufen, die den blutdrucksenkenden Wirkstoff VALSARTAN enthalten. Grund ist eine Verunreinigung mit einem potentiell krebserregenden Stoff (NMDA).

Die meisten Hersteller von Medikamenten produzieren ihre Wirkstoffe nicht mehr selbst in Deutschland oder Europa, sondern sind durch den auf ihnen lastenden Kostendruck und Sparzwang gezwungen, auf preiswerte Lieferanten, zumeist in Asien auszuweichen.

Ein Hersteller aus China hat im Jahr 2012 die bislang standardisierte Herstellungsvorschrift für VALSARTAN eigenmächtig geändert, um den Ertrag und die Produktivität zu erhöhen.

Normalerweise durchlaufen Arzneimittel eine ganze Reihe von strengen Tests und Qualitätskontrollen, um Verunreinigungen auszuschließen. Erst dann erfolgt eine Freigabe. Eine Verunreinigung mit NDMA war nicht zu erwarten, deshalb wurde auch nicht danach gesucht.

NDMA hat im Tierversuch eine krebserregende Wirkung gezeigt. Es gibt keine Studien am Menschen, sondern nur eine Verdachtswarnung.

 

„Und wie geht es mit mir und meiner Arzneitherapie weiter?“

Ein Großteil der Hersteller in Deutschland hat VALSARTAN über diesen chinesischen Hersteller bezogen. Diese Präparate dürfen seit Anfang Juli nicht mehr verkauft werden. Ein Rückruf auf Patientenebene ist aber nicht vorgesehen, weil die tatsächliche individuelle Gesundheitsgefährdung sehr gering ist. Glücklicherweise gibt es aber auch einige Hersteller, die die Substanz VALSARTAN selbst produziert haben oder von anderen Lieferanten bezogen haben. Wir informieren Sie gern, ob Ihre Packung betroffen ist.

Die meisten Krankenkassen haben signalisiert, die Kosten für ein neues Produkt zu übernehmen. Einige Krankenkassen erstatten sogar die Zuzahlung und ggf. höhere Kosten bei teureren Herstellern. Einzelheiten teilt Ihnen Ihre Krankenkasse im persönlichen Gespräch mit.

Wir haben uns ausreichend bevorratet, um Sie weiterhin mit Ihrem gewohnten Wirkstoff versorgen zu können. Wir benötigen aber ein neues Rezept vom Arzt und müssen eine erneute Zuzahlung erheben.

Wir bedauern diese Unannehmlichkeiten sehr. Wir sehen aber vor allem die politischen Entscheidungsträger in der Pflicht, in Deutschland und Europa faire wirtschaftliche Rahmenbedingungen zu gewährleisten, die eine gute Gesundheitsversorgung der breiten Bevölkerung ermöglichen.

 

 

Pflegehilfsmittel aus der Apotheke

Pflegebedürftige Patienten mit Pflegegrad, die privat von Angehörigen zuhause versorgt werden, können bei uns in der Apotheke bis zum Wert von 40 € pro Monat Pflegehilfsmittel erhalten. Dies ist im §40 Absatz 1 des SGB XI geregelt. Dazu stellen wir einen Antrag bei Ihrer Krankenkasse. Für Sie sind diese Leistungen kostenlos, Ihre Krankenkasse übernimmt die Kosten. Pflegehilfsmittel sind Einmalhandschuhe, saugende Bettschutzeinlagen, Hände- und Flächendesinfektionsmittel sowie Schutzschürzen und Mundschutz. Einen Termin zum Beratungsgespräch mit Frau Ließke können Sie gern unter 0341/9900671 vereinbaren.